Gedanken über dies und das - ein Blog

Per aspera ad astra!

Der Himmel über dem Kennedy Space Center ist strahlend blau. Die feuchtwarme Luft Floridas bildet an den Lüftungsöffnungen des Wasserstofftanks dichte Nebelschwaden. Wenige Minuten vor Ende des Countdowns herrscht große Anspannung. Wird es diesmal gut gehen? Langsam wird die Rampe vom Shuttle gelöst und bei Seite gefahren. Die letzten Minuten sind wie ein Krimi. Doch dann ist es endlich so weit - die Startfreigabe wird erteilt. Die Haupttriebwerke werden gezündet und auf ihre volle Leistung gebracht. Schließlich werden auch die beiden Feststoffraketen gezündet und heben mit ihrer enormen Schubkraft das tonnenschwere Raumschiff vom Boden. Majestätisch beschleunigt es in Richtung Weltall. Nach wenigen Minuten sind die Feststoffraketen ausgebrannt und werden abgeworfen. Es dauert noch eine Weile, bis der große Treibstofftank ebenfalls abgeworfen wird und das Shuttle in seine endgültige Flugbahn einschwenkt. Wieder einmal hat die Discovery die Reise ins All geschafft und ebnet den Weg für neue Missionen.

Weltuntergangswetter

Hat sich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, welches Wetter beim Weltuntergang herrscht? Die meisten denken sicher an Gewitter, Sturm und Hagel und kommentieren dieses Wetter mit den Worten: "Die Welt geht unter." Ich sehe das anders. Für mich ist das, was wir grad haben, Weltuntergangswetter. Wolkenloser Himmel, Sonnenschein, Wärme. Warum? Der Energieverbrauch durch Klimaanlagen steigt enorm (und diese heizen die Städte noch mehr auf). Computer müssen noch mehr gekühlt werden. Es ist zu warm zum arbeiten, zu warm zum schlafen, zu warm zum denken. Die Zivilisation wird regelrecht lahmgelegt. Schnee kann man bei Seite räumen, ein Gewitter regnet sich ab - aber gegen die Hitze hilft rein gar nichts. Außer in kältere Regionen ziehen... Da mir der Nordpol zu weit weg ist und es in meinem Büro einem Backofen gleicht, verlege ich meine Arbeit lieber in den Schatten eines Baumes im Stadtpark. Stift und Papier, ein gutes Buch - das reicht. Es rechnet sich auch ohne Computer mal ganz gut, das belebt die grauen Zellen. Außerdem wird man nicht angechattet - dafür bekommt man ab und zu einen Fußball ab. Ein Hoch auf den Weltuntergang...

Bereit für die letzte Schlacht

Dank meiner guten Freundin Baldura bin ich nun stolzer Besitzer eines Schwertes, das ich ihr zu Ehren auf den Namen Baldur taufe. Damit bin ich endlich bereit, in den Kampf zu ziehen. Und zwar in den Kampf gegen all jene, die schwächeren Unrecht tun - inbesondere solche, die andere missbrauchen, in welcher Art auch immer. Ja, vor allem die wohl verwerflichsten und abstoßensten Wesen auf diesem Planeten - wen oder besser gesagt was ich damit meine, sollte wohl klar sein! Um es mal bildlich auszudrücken: Zückt eure Schwerter und kastriert sie! Zieht mit mir in die letzte Schlacht ;)

Chaos in Dosen

Gestern und heute hatte ich im wahrsten Sinne des Wortes Chaos in Dosen, und das gleich in doppelter Hinsicht. Und um meine Gedanken genau so chaotisch wiederzugeben, tue ich das am besten chronologisch.

Alles begann mit einer Mail, in der mir mitgeteilt wurde, dass am 12. Juli ein Festkolloquium stattfindet, an dem ich mich beteiligen kann. So ein Kolloquium gibt es stets am Ende des Semesters und ich habe zugesagt. Gestern war ich in der Uni in einem anderen Gebäude als sonst und erblickte ein Plakat: Festveranstaltung - 6. Juli. 6. Juli??? Ich sah auf die Uhr. Noch genau 26 Stunden. Ich habe keine Zeit verloren und alles nötige in die Wege geleitet. Ich hatte nämlich für diesen Tag eine Verabredung und habe diese kurzfristig zum Kolloquium umgelenkt. Meine Kollegen konnte ich an dem Abend nicht mehr erreichen und beschloß, sie am Morgen vom Büro aus anzurufen.

In der Nacht wollte ich etwas früher schlafen gehen - leider sah die Praxis anders aus als die Theorie. Meine Mitbewohner hielten mich in ihrem Alkoholrausch mit Feuerwerkskörpern und lautstarkem Gesang (unter der Gürtellinie) bis 3:00 wach. Entsprechend war meine Stimmung am Morgen.

Als ich es endlich aus dem Bett und in mein Bürogebäude geschafft hatte, stand ich vor dem nächsten Problem - der Aufzug war außer Betrieb und ich kam nicht in mein Büro. Dabei war ich gerade am Transporter der Aufzugsfirma vorbeigefahren, in dem jemand Zeitung las. Aber als ich sie suchte, hatten sie sich schon wieder verdrückt. Kurzfristig bin ich mit meinem Laptop in einen Seminarraum umgezogen - wo ich wegen eines Seminars nicht lange bleiben konnte. Zum Glück konnte ich dann wieder in mein Büro.

Im Büro angekommen rief ich sofort meine Kollegen an. Dadurch erfuhr ich endlich, dass es zwei Kolloquien in diesem Jahr gibt, eines am 6. Juli und eines am 12. Juli. Mit anderen Worten, ich kann nun die gesamte Organisation zum zweiten Mal auf den Kopf (oder eher vom Kopf auf die Beine) stellen...

Eine Spielerezension

Name des Spiels: Real Life

Aktuelle Version: 1.0

Lizenz: eingeschränkte Freeware (man kann es nur einmal spielen)

Beschreibung: Man nimmt die Rolle eines Menschen ein, der im Laufe seines Lebens allerlei Aufgaben zu bewältigen hat. Die Voreinstellungen sind sehr flexibel und erlauben die Auswahl von etnischer Herkunft und Vermögensstand. Je nach Spielverlauf können verschiedene Bildungswege eingeschlagen und Berufe ausgeübt werden. Glücklich schätzen kann sich, wer lange im Spiel bleibt und eine hohe Rente erhält. Aber Vorsicht: Wer unachtsam ist, landet schnell beim Game Over!

Grafik: Die Grafik ist durchgehend ruckelfrei und überzeugt auch durch hohe Auflösung und Farbtiefe. Etwas störend sind jedoch beabsichtigte Bildstörungen wie z.B. Doppelsicht nach dem Konsum von Alkohol. Auch kann die Grafik beim Spielen bis ins Rentenalter deutlich nachlassen. Gegen Probleme bei der Fokussierung helfen Brillen und ähnliche Hilfsmittel.

Sound: Die Klangqualität ist gut, lässt aber genau wie die Grafik bei fortgeschrittenem Spielverlauf etwas nach. Leider fehlt eine Lautstärkeregelung völlig, was den Spielgenuss erheblich beeinträchtigt.

Fazit: Nur für erfahrene Gamer geeignet und nichts für schwache Nerven!

Angriff der Killerbremsen

Wie nennt man es, wenn eine Gruppe von Norddeutschen mit einen Bollerwagen voller (teils alkoholischer) Getränke, einem Schreibblock und einem Gerät, das zum Transport zusammengerollter Igel geeignet wäre, durch die Landschaft zieht und dabei zwei Kugeln über endlos lange Feldwege rollen lässt? Richtig, Boßeln.

Am Donnerstag war es mal wieder so weit: Der Betriebsausflug führte meine Kollegen und mich in die Nähe von Stade. Wie gewohnt programmierte ich mein Navi und fuhr los. Meine erste Überraschung: Statt mich hinter den Elbbrücken in Richtung Stade zu schicken, schlug es mit die A1 vor. Etwas blauäugig folgte ich der Empfehlung. Doch ein kurzer Blick auf das Display mit der Karte zeigte schnell, dass diese Strecke auf der A1 in Richtung Bremen und damit ins Nirvana führen sollte. Ich verließ die Autobahn und fuhr durch Harburg - hier erkannte das Navi, dass meine nun eingeschlagene Strecke 25km kürzer war, auch wenn ich wegen des Stadtverkehrs 6 Minuten länger brauchen würde.

Nach knapp 90 Minuten erreichte ich das Örtchen Heinbockel und suchte nach dem Gasthof, bei dem ich auch schon vor 3 Jahren gewesen war - leider vergeblich. Erst das zweite Erreichen des Ortsausgangsschildes in Richtung Hagenah machte mich stutzig. Der Gasthof ist in Heinbockel-Hagenah... Kaum hatte ich diesen Ort erreicht, stand ich auch schon auf dem Parkplatz des Gasthofes. Auch die übrigen Teilnehmer trudelten bald ein.

Nach einem gemeinsamen Frühstück im dortigen Gasthof machten wir uns auf den Weg - obwohl die Umstände nicht viel ungünstiger hätten sein können. Die Sonne brannte gnadenlos auf uns herab. Die Temperatur lag weit über 30°. Auf unserer Strecke gab es kaum Schatten. Unsere einzige Erfrischung waren die Getränke, die in unserem Bollerwagen unter Thermodecken auf Eis lagen. Doch was noch viel schlimmer war, waren die Bremsen - nervtötende und recht aggressive Insekten, deren Biss ziemlich schmerzhaft sein kann. Sie schienen überall zu sein und griffen uns ständig an. Auch Mückenspray half dagegen nur mäßig.

Dennoch haben sich die Strapazen gelohnt. Es war mal wieder ein sehr schöner Ausflug und auch das Essen ließ nicht zu wünschen übrig.

In die Irre geführt

Sommerzeit ist Baustellenzeit. Diesmal ist auch die B4 betroffen, sozusagen meine Heimatstrecke, die zwischen Bad Bevensen und Uelzen komplett gesperrt ist. Nun ist guter Rat teuer. Es gibt zwar eine Umleitung, aber die ist selbst wegen Baustellen gesperrt und wird umgeleitet. Glücklich schätzen kann sich da, wer ein Navigationssystem sein eigen nennt. Doch auch das kann zu Problemen führen...

Als ich auf meinem Heimweg von einer Absperrung aufgehalten wurde, folgte ich zunächst der ausgeschilderten Umleitung - das war die einzig sinnvolle Lösung, denn mein Navi versuchte beharrlich, mich wieder auf die gesperrte B4 zu schicken. Als die Umleitung dann aber quer durch Uelzen führen sollte, während mein Navi einen Weg direkt auf die nicht im Bau befindliche Umgehung parat hatte, folgte ich meiner elektronischen Beifahrerin. Beim ersten Versuch verpasste ich die unscheinbare Seitenstraße, doch beim zweiten Versuch landete ich zielsicher auf einem asphaltierten Feldweg, der mich in Richung Umgehung führte. Als ich schließlich am Ende desselben angekommen war und mich auf einer Wiese unmittelbar vor der Umgehung wiederfand, kommentierte die Stimme trocken mit: "Jetzt rechts abbiegen!" - ignorierte dabei aber, dass mich eine Leitplanke von der Straße trennte. Typisch Frau eben.

Beim nächsten Versuch hatte ich mich bereits vorsorglich für eine andere Route entschieden - die sich aber wegen einer weiteren Baustelle ebenfalls als unpassierbar herausstellte. Also versuchte ich es mit der Holzhammermethode und setzte Kurs auf die B4 - mit Erfolg, so eine Baustelle sieht aus der Nähe betrachtet ganz interessant aus. Zum Glück entdeckte ich in der Kartenansicht meines Navis einen kleinen Schleichweg, der zwischen beiden Baustellen hindurch führte. Um mein Navi darauf zu schubsen, gab ich dessen Mitte als Zwischenziel ein. Schon landete ich mitten in einem Wohngebiet, überquerte zwei kleine Bahnübergänge, fuhr an einem Radiosendeturm vorbei und kam durch ein Industriegebiet, das direkt an der B4 liegt - auf die ich schließlich auch wieder fahren konnte. Seitdem benutze ich diesen Weg.

Fazit: Der direkte Weg ist auch dann der beste, wenn man ihn erst indirekt findet.

Feueralarm!

Gerade saß ich zusammen mit einem Kollegen und meinen Praktikanten an einer Schaltung und diskutierte mit ihnen über mögliche Fehlerquellen, als ein lautes Sirenenheulen den Raum erfüllte. Zunächst sahen wir einander nur etwas ratlos an, bis klar wurde, dass es sich um den Feueralarm handelte. Von einer Übung war nichts bekanntgegeben worden, also stand fest: Das ist ein Ernstfall.

Also machten wir uns auf den Weg zum Ausgang des Gebäudes. In der Eingangshalle blinkte die Brandmeldezentrale wie eine Christbaumbeleuchtung. Statt nach draußen zu gehen, zog es die meisten zu dieser Zentrale, um der eigenen Neugier nachzugehen und nach dem Ort des Brandes zu suchen, von dem wir bisher ja nur durch den Alarm etwas mitbekommen hatten. Die Leuchten verwiesen auf einen Brand im Keller. Keller? Dort fand das Praktikum in Holographie statt. Schon war jemand unterwegs, um nachzusehen, ob dort etwas passiert wäre.

Inzwischen hatte jemand das große, rote Blinklicht mit der Aufschrift "Die Feuerwehr wurde informiert." entdeckt. Uns stand also offenbar noch mehr bevor. Im Keller war kein Brand zu finden und so blieben wir weiter am Eingang stehen. Schließlich ertönte ein Martinshorn und ein Fahrzeug näherte sich mit Blaulicht - der DESY-Notdienst. 2 Feuerwehrleute sahen nach der Brandmeldezentrale. Einer der Handwerker, die im Keller zugange waren, meldete sich schließlich zu Wort. Er hatte im Keller geschweißt und dabei etwas Rauch erzeugt - genug, um den Detektor auszulösen...

Es dauerte noch eine Weile, bis es gelang, den Alarm wieder abzustellen. Scheinbar kannte sich niemand wirklich mit der hochmodernen Elektronik aus. Aber schließlich konnte Entwarnung gegeben werden.

Der erste Tag des letzten Semesters

Nun ist es endlich soweit: 5 Jahre nach Beginn meines Studiums stehe ich kurz vor dem Ende meiner Diplomarbeit. Heute hat für mich das letzte Semester begonnen, in dem ich mich noch als Physikstudent bezeichnen darf. Zugleich bringt dieses Semester einige Neuheiten für mich. Nachdem ich bereits seit einem Jahr Praktikanten den Umgang mit dem Programm LabVIEW und die digitale Datenerfassung beibringe, habe ich nun die Gelegenheit, eine Übungsgruppe in theoretischer Mechanik zu leiten und so einen weiteren Schritt in Richtung Lehre zu machen.

Da ich aber zugleich noch einiges zu lernen habe, höre ich in diesem Semester auch eine Vorlesung, nämlich die Einführung in die Supersymmetrie und Supergravitation bei Julius Wess. Das Lehrbuch, das er zusammen mit Jonathan Bagger geschrieben hat, ist als Standardwerk auf diesem Gebiet bekannt. Die erste Vorlesung heute begann jedoch etwas anders als erwartet...

Als ich am Seminarraum 2 ankam, in dem die Vorlesung stattfinden sollte, traf ich auf eine große Traube ratloser Studenten, die sich davor versammelt hatten. Ein Aushang an der Tür kündigte an, dass die heutige Vorlesung in den Seminarraum 1 verlegt worden war - den außer mir scheinbar niemand kannte. Also übernahm ich kurzerhand die Führung der Gruppe und zeigte ihnen den Weg durch die DESY-Gebäude zum anderen Raum.

Die Vorlesung hatte bereits im Vorfeld so viele Studenten angezogen, dass nicht alle einen Stuhl abbekamen. Einige setzten sich auf die Tische, anderen nahmen auf den Treppen platz, die den Seminarraum in einen oberen und einen unteren Bereich teilen, wieder andere hörten die Vorlesung im Stehen. Der große Zulauf erwies sich als gerechtfertigt, denn die Vorlesung war sehr interessant und auch motivierend. Ich hatte fast vergessen, wie viel Spaß eine Vorlesung machen kann!

Als zusätzliche Vertiefung schlug Prof. Wess vor, eine Übung zur Vorlesung anzubieten und so die Vorlesungsstunden zu nutzen, in denen er nicht in Hamburg ist. Dafür bräuchte er natürlich einen Übungsgruppenleiter, der in dieser Zeit einige Aufgaben mit den Studenten rechnet. Am besten sollte es jemand sein, der selbst die Vorlesung hört und etwas mehr Erfahrung hat. Nach der Vorlesung habe ich mit ihm gesprochen und mich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet - ich darf also noch ein wenig mehr unterrichten...

Erfahrungen mit einem SPD-Kugelschreiber

Wieder einmal bin ich am Rechnen, wie eigentlich fast immer - natürlich mit Stift und Papier, ohne Computer. Dabei habe ich mir einen SPD-Kugelschreiber geschnappt, den ich vor längerer Zeit in meinem Briefkasten vorgefunden habe, als Wahlwerbung. Die eigentliche Intention dieses Wahlwerbegeschenks ist mir ziemlich egal - aber ein kostenloses Schreibutensil nehme ich immer gerne. Dummerweise kommt der Kugelschreiber ständig ins Stocken und bricht seine Tätigkeit mitten in einer Gleichung, in einem Term, ja sogar mitten in einem Formelzeichen ab. Es kommt einfach nichts halbes und nichts ganzes dabei heraus. Also, was tun? Ich kritzele ein wenig damit herum, dann geht es wieder. Am linken Rand ist genug Platz für nutzloses Gekritzel. Und siehe da: Dort schreibt der Kugelschreiber tadellos, als wäre nichts gewesen! Aber kaum versucht man sich wieder an der Gleichung in der Mitte des Papiers, wird er wieder zum Rohrkrepierer. Was lernen wir also aus diesem SPD-Kugelschreiber? Nicht alles, was am linken Rand dazu taugt, sinnloses Zeug von sich zu geben, eignet sich auch für die Mitte.